Die Black Gang – Ein Rudel für 5 Wochen

Vier Wochen ist es schon wieder her, dass die Black Gang sich nur noch immer mal am Wochenende sieht, so wie heute😊.

Wer uns auf Facebook und Instagram folgt hat mitbekommen, dass wir für fünf Wochen einen Gasthund hatten. Meine Schwiegereltern waren im Heimatland und ich hatte angeboten, dass Macchia -so heißt die Hündin- zu uns kommt. Macchia ist genau in der Zeit bei uns 2 Jahr alt geworden.

Dass die Zeit bei uns für mich bzw. meine Familie nicht so einfach wird wurde laut ausgesprochen, wobei jeder seine eigenen Gedankengänge hatte. Warum erfahrt Ihr beim Lesen. Ich mag meine Schwiegereltern sehr und schätze ihre Meinung, aber was Hundeerziehung angeht haben wir komplett verschiedene Ansichten.

Meine Schwiegereltern hatten Bedenken, dass ich Macchia nicht halten kann. Nicht halten, weil sie keine Leinenführigkeit kennt. Ich hatte nur Bedenken wegen unseren Katzen, die in dieser Zeit immer durch den Keller ins Haus gehen müssten. Ansonsten war ich positiv gestimmt. Es würde eine Umstellung für Macchia geben, bei uns gibt es andere Regeln als zu Hause, aber sie ist eine Hündin mit einem guten Herz und ich mag sie sehr!

Ich hatte keine Erwartung an Macchia, weil sie in meinen Augen nichts kennt und kann. Erziehen war auch nicht mein Job. Sie kennt keine Hundeschule, ich glaube hat wenig Hundekontakt und darf sich in meinen Augen frei wie ein Vogel bewegen. Bspw. bellt sie und darf raus in den Hof, dort müssen meine Schwiegereltern teilweise dabei bleiben und wenn Macchia wieder bellt, dann will sie wohl rein 😅.

Natürlich gibt es auch Regeln bei den Schwiegereltern, das Sofa ist bspw. tabu. Aber Regeln wie ich sie bei uns aufgebaut habe mit Bisco & Ela, gibt es nicht. Ich möchte nicht behaupten, dass ich alles richtig mache zu Hause. Aber ein Grundgehorsam ist mir extrem wichtig.

Und dieses Thema hat mich wirklich intensiv beschäftigt und manchmal war ich beim Gassi gehen auch froh, wenn wir keinem Hund begegnet sind. Weil ein 23 kg schwerer Hund kann einen bei einer Hundebegegnung doch mal zu Boden fliegen lassen wenn man eine Sekunde unaufmerksam ist. Und es ist logischerweise nicht so, dass die zwei Möpschen dann seelenruhig sitzen bleiben würden und zuschauen.

Pausieren beim Gassi gehen.

Ich habe länger überlegt, ob ich meine Gedanken über die Gasthundzeit teilen möchte, denn ein bißchen Frust über Macchia und mich schwimmt in dem Beitrag mit und auch die Überlegung ob ein dritter Hund passt bei uns. Schreiben hilft sich zu sortieren und auch wenn Familie diesen Beitrag liest, er ist nicht böse gemeint, tue ich es jetzt doch.

Vielleicht liste ich ein paar Regeln auf, die mir zu Hause für ein gutes Miteinander wichtig sind:

  • wenn es an der Tür klingelt, gehen Bisco & Ela in die Küche und müssen sitzen bleiben bis ich das Kommando “fertig” gebe. Hat den Hintergrund, dass 1. wohnen wir am Waldrand und viele Hunde laufen dort entlang und 2. möchte ich nicht, dass Gäste und vor allem Kinder angesprungen werden. Sie schnuppern im Anschluss genug aufgeregt dann rum, schleckern Füße ab oder hüpfen zum Schmusen doch hoch.
  • Fressen gibt es 2 x am Tag und sie dürfen nach dem Kommando “Guten Appetit” fressen.
  • An der kurzen Leine wird locker gelaufen, Hundekontakt an der Leine versuche ich zu vermeiden.
  • Bei Freilauf sitzen Bisco & Ela oder laufen bei Fuß wenn Fahrradfahrer, Jogger oder Spaziergänger kommen.
  • Am Gartenzaun wird nicht angeschlagen, ABER das hatten wir recht gut im Griff bis Macchia bei uns war. Jetzt müssen wir sehr daran arbeiten.
  • Rennen und Toben kann man im Garten.

So und jetzt bin ich herrlich ehrlich, wie die Zeit mit Macchia war.

Als Macchia kam hatte ich richtig Bammel vor der Anspringerei. Denn sie springt wie ein Flummi zuhause rum um Besuch zu begrüßen und des Öfteren finde ich das sehr gefährlich bei meinem kleinen Neffen.  Meine Schwiegereltern sagen zwar auch “Schluß”, aber ich finde es dürfte gar nicht erst vorkommen. Ab dem ersten Tag hatten wir bei uns Besuch der Nachbarskinder von 2 bis 10 Jahre -also wie immer- und auch wenn ich die Kinder nie aus den Augen lies mit Macchia, hat sie nur 2-3 mal versucht zu springen. Ein beherztes Nein half und ich denke auch die Haltung von mir, dass ich das nicht möchte. Das war eine Situation worüber ich sehr froh war, dass ich keine Abstriche machen musste. Und meine 79 jährige Omi, die uns immer Montags besucht und Angst vor Hunden hat (außer vor Bisco und Ela), hat sich tapfer geschlagen.

Das Gassi gehen war ein großes Thema. Für den Freilauf wählte ich für Macchia einer unserer 10 m Schleppleine. Zuhause läuft sie teilweise frei, das konnte ich aber nicht gewährleisten. Und ganz ehrlich, würde ich auch nicht tun. Denn bei uns hat sie sehr schlecht auf ihren Namen gehört und ich musste meistens an der Schleppleine einen Fisch angeln wenn sie nicht kam. Die Begegnungen mit anderen Hunden war sehr kraftraubend. Macchia (ganz kurz gehalten) auf der rechten Seite und die Möpschen links. Das lief mal mehr mal weniger gut. Macchia hat gerne die letzte Sekunde abgewartet um zu dem anderen Hund zu springen und mein rechter Arm ist jetzt so dick wie der “Dwayne Johnson – the Rock” sag ich Euch. Wenn einer von -Dreien anfängt sich regelkonform zu halten macht mindestens ein Zweiter mit. Mit der Zeit war ich besser darauf eingespielt. Jogger und Fahrradfahrer waren dagegen kein Problem.

Was mich gefrustet hat war und ist immer noch, dass ich gemerkt habe, dass Macchia nicht lernen möchte. So kam es mir vor. Und, dass ich keinen Weg gefunden habe sie dazu zu animieren.

Was relativ gut geklappt hat nach einer Woche war das Gassi gehen an der kurzen Leine. Ich glaube aber auch, weil sie einfach gemerkt hat, dass ich keinen Spielraum gebe. Wenn ich mit 2 Hunden auf der linken Seite und einem auf der rechten Seite habe, dann ist es wirklich hilfreich wenn alle Drei ordentlich laufen.  Darauf war ich richtig stolz muss ich sagen. Denn abends gehe ich lieber durch die Straßen als durch den Wald mit den ganzen Stechmücken.

Anstrengend war die Lautstärke von Macchia. Ok, sie ist ein mittelgroßer Hund, die sind lauter. Aber das war sehr gewöhnungsbedürftig für uns. Vor allem Abends und wenn Macchia etwa will bellt sie und das recht viel. Bei uns war sie ganz anders ausgelastet als zu Hause. Mit zwei weiteren Hunden zusammen zu sein und mehr Auslastung beim Gassi gehen hat bewirkt, dass sie sich ab dem 3. Tag abends abgelegt hat und Ruhe war. Sicherlich hatte sie auch Heimweh, aber ich denke weniger durch Bisco & Ela.

Ein mittelgroßer Hund bringt mehr Dreck heim als ich dachte. Unser Konfetti alias I Robot Roomba lief 2-3 am Tag (sonst läuft er nur 1 x). Macchia ist ein Fisch geboren im Körper eines Hundes 🙂 . Sie liebt Schlammbäder und jede Wasserpfütze wird genutzt wenn ich es erlaubt habe. Die Dusche im Anschluss im Garten hat sie über sich ergehen lassen.

Insgesamt war es eine schöne, anstrengende und lehrreiche Zeit für mich und für meine Familie. Man ist ja oft so eingefahren in seinem Alltag, da hat Macchia uns etwas geweckt. Ich gestehe allerdings, dass Macchia für so einen langen Zeitraum nicht mehr zu uns kommen wird. Dazu war ich zu sehr von der Außenwelt abgeschirmt, konnte die Hunde auf Grund des nicht vorhandenen Grundgehorsam von Macchia nirgendswo mitnehmen und auch meine Canon750d hatte ich nicht einmal in der Hand. In der 4. Woche war ich ziemlich gefrustet und es nagt an mir, dass Macchia, wo sie offensichtlich doch viel Spaß bei uns hatte, wenig gelernt hat. Vielleicht habe ich auch zu viel erwartet?

Was auf jeden Fall passt ist ein dritter Hund (der als Welpe einzieht) bei uns 🙂 . Ich liebe es mit den Hunden zusammen zu sein und das hat sich durch die Anwesenheit von Macchia trotzdem bestätigt.

Meinen Schwiegereltern habe ich auch meine Meinung gesagt und war schon eine kleine Diskussion letztendlich..Aber “Leben und leben lassen” und letztendlich geht es Macchia sehr gut bei meinen Schwiegereltern und sie müssen den Alltag mit ihr verbringen.

Wie war Eure Erfahrung mit Euren Gasthunden?

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