Gastbeitrag: Hundesportart Degility

Über das Rasseportrait des Galgo Espanol habe ich zum ersten Mal von der Hundesportart Degility gehört. Und darüber erzählt heute die liebe Talissa mit ihrer Finja. Sehr lesenwert!

Hundesportart Degility

Vorneweg: Ich bin keine Hundetrainerin und auch kein Profi im Degility. Finja und ich machen Degility „Just for Fun“ und um ihre Fitness zu trainieren und erhalten! 😀 Zusätzlich habe ich meine Antworten von Sheila, Finja‘s Degility-Trainerin und Physiotherapeutin, auf ihre Korrektheit gegenlesen lassen.

Fakten über Degility:

  • Degility wurde von Wolfgang Brakhage im Jahr 2001 erfunden und entwickelt[1]
    Buch „Degility: Spass und Abenteuer für Hund und Mensch“ (2004)
  • Degility ist eine Kombination von Agility und Mobility
  • Offizielle Degility Parcourselemente:
    • Cavaletti
    • Slalom
    • Tunnel
    • Wippe
    • Hängebrücke
    • Wackeldackel
  • Im Degility wird die Muskulatur aufgebaut
  • Hunde lernen folgende Dinge im Degilitytraining[2]
    • Balance
    • Koordination
    • Körperbewusstsein
    • Motorik
    • Konzentration
    • Selbstbewusstsein

Was ist Degility?

Degility ist eine Kombination aus den Hundesportarten Agility und Mobility.

Die meisten Hundebesitzer werden Agility kennen, denn in dieser Hundesportart gilt es den Hindernissparcour so schnell und fehlerfrei wie möglich zu absolvieren (zumindest im Turniersport – Freizeit- und Hobbysportler ausgeschlossen, denn nicht alle machen Agility auf Tempo).

Mobility beinhaltet einige Element vom Agility, wird aber langsamer ausgeführt und es wird mehr auf die korrekte Ausführung geachtet.

Im Degility geht man auf den Hund ein, passt den Parcours oder die Aufgaben an die Gegebenheiten resp. die Baustellen des Hundes an und steigert die Schwierigkeit Schritt für Schritt. Die gesunde Gymnastizierung des Hundes steht dabei im Vordergrund.

Beim Degility muss nichts speziell beachtet werden. Es ist für jeden Hund geeignet, egal ob jung oder alt, ob klein oder gross, ob mutig oder ängstlich. Verglichen zu Agility wird Degility aber langsam gemacht. Einen aufgedrehten Hund lässt man zwischen den Übungen immer wieder mit einem Sitz pausieren, so dass er runterfährt und nicht weiter aufdreht. Einen ruhigen oder ängstlichen Hund ermutigt man und dadurch wächst das Selbstbewusstsein.

„Peanut“-förmiger Gymnastikball

Verglichen zu Agility gibt es im Degility keinen festen Parcoursablauf. Sheila stellt unseren Parcours jedes Mal um, was ich sehr gut finde, denn so entsteht keine Routine und man hat jedes Mal etwas Neues oder einen anderen Ablauf. Wir nutzen die Cavalettistangen, den Slalom, die Wippe und die Hängebrücke. Einen Wackeldackel hat Sheila nicht, dafür hat sie verschiedene Wackelbretter und den Tunnel nutzen auch wir nicht, da dieser bei Felis Canis zu klein ist und Finja da hindurch kriechen müsste. Dafür baut Sheila zusätzlich verschiedene Gymnastikbälle (rund und „Peanut“-förmig) und Balancekissen in diversen Grössen ein.

Es gibt Tage, da wird die Wippe zum Beispiel ausgelassen und ein anderes Mal gehen wir resp. Finja zum Beispiel gleich drei Mal drüber. Genauso ist es mit dem Slalom und den anderen Elementen. Bei den Hindernissen kann man sich frei austoben, es gibt fast kein richtig oder falsch.

Ich habe zum Beispiel zu Hause diverse Sitzkissen aus dem IKEA, um das Draufstehen zu üben. Man könnte auch die Schwimmnudeln der Kinder oder die Luftmatratze für den Hund nutzen. Wenn man sich keine Hütchen und Stangen zulegen mag, kann man den Hund über seine eigenen Beine laufen lassen und dabei die komplette Familie miteinbeziehen! 😀 Für Slalom kann man auch Flaschen hinstellen und so weiter und so fort…

Mittlerweile habe ich auch ein paar „Profi“-Hindernisse zu Hause. Ein kleines Wackelbrett hatte ich von früher noch, das Balancekissen ist für uns beide eingezogen, kleine Hütchen haben wir fürs Slalomtraining und was nicht fehlen darf: Stangen und grössere Hütchen für Cavalettiübungen.

Finja sitzt lieber auf dem Sitzkissen statt zu üben

Finja und ich haben im Februar 2017 bei Sheila (Felis Canis) mit Degility angefangen. Wir gehen in der Regel einmal pro Woche, manchmal alle zwei Wochen hin. Eine Degility-Einheit dauert so ca. 30 Minuten, aber ich muss gestehen, dass ich die Zeit überhaupt nicht im Blick habe. Finja zeigt sehr gut, wenn ihre Konzentration nachlässt und dann beenden wir das Training positiv mit einer letzten Übung!

Seit wir regelmäßig ins Degility gehen, hat Finja auf jeden Fall die oben aufgeführten Eigenschaften verbessert. Sie war davor schon eine sportliche Hündin und liebt es zu flitzen. Degility ist unser resp. ihr Ausgleich und auch eine Art „Fitnessstudio“.

Zuhause ist sie immer noch etwas grobmotorisch und tollpatschig und läuft gerne über Dinge, die im Weg liegen. Im Degility achtet sie auch nicht immer darauf und versucht auch mal auf einer Cavalettistange zu stehen, statt wie es sich gehört darüber zu steigen. Trotzdem bin ich sehr stolz auf ihre Fortschritte und werde fleißig mit ihr weiterüben, denn es tut uns gut und fordert sie auch mental.

Die gemeinsame Arbeit mit dem Hund tut meiner Meinung nach jeder Mensch-Hunde-Beziehung gut! Es spielt dabei keine Rolle was man macht, denn auch ein schöner langer Spaziergang geniesst der Hund mit einem.

Degility stärkt auf jeden Fall die Beziehung und schweißt das Team enger zusammen. Der Hund muss die Übungen zwar alleine machen, bekommt aber Unterstützung vom Besitzer. Ich ermutige Finja, wenn sie sich nicht traut oder bremse sie, wenn sie übereifrig wird. Gewisse Dinge würde sie gerne auslassen, weil sie diese entweder nicht gerne macht oder etwas anstrengender sind.

Sie kann deutlich zeigen, wenn ihr eine Übung nicht gefällt und bietet dann auch das an, was sie kennt und kann. Mir bereitet das Arbeiten mit Finja große Freude und ich habe sie dadurch besser kennengelernt. Vermutlich ist es bei einem anderen Hundesport ähnlich, doch das ist unser erstes gemeinsames Hobby. Auch habe ich das Gefühl, dass mich Finja seit unserem regelmäßigen Degilitytraining auf Spaziergängen öfters und bewusster anschaut. Trotzdem kann sie im Training ihre sturen Phasen haben, wo sie mich aus Prinzip nicht anschaut und lieber den restlichen Raum betrachtet!

Warten muss auch mal sein!
Warten muss auch mal se

Wo wird Degility angeboten?

Wir gehen zu Sheila Morgenthaler nach Münchenstein (Schweiz) und sind auch sehr glücklich bei ihr! In Hintermoos (Schweiz) wird es auch noch von Alexandra Sgier angeboten. Beide bieten eine etwas abgewandelte Version von Degility an und kombinieren ihr Wissen von der Hundephysiotherapie mit dem gelernten vom Degility-Kurs.

Wo man überall in Deutschland Degility ausüben kann weiß ich nicht, aber ich bin mir sicher, dass Google da weiterhelfen kann. Wenn man keine Möglichkeit in der Nähe hat, empfehle ich nach einem Seminar Ausschau zu halten 😀.

Nach dem Training werden die weichen Elemente zum Entspannen genutzt.

[1] http://www.dehra-urkraft.de/historie.html

[2] http://www.feliscanis.ch/index.php/neuigkeiten

Fotos: © Talissa Ingold

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