Gesichert fährt es sich besser!

Die Idee zu diesem Beitrag kam durch eine indirekte Begegnung mit einer anderen Hundebesitzerin. Ich fange am besten an, wie mein Tag verlief.

Morgens der übliche Alltagsstress… Früh aufstehen, Gassi gehen, Hunde & Katzen füttern, Frühstück für mein Kind vorbereiten und pünktlich zur Ferienbetreuung scheuchen. Dann flott zur Arbeit fahren [bei grüner Ampel brauche ich nur 11 Minuten = Rennfahrerin 🙂 ] und den üblichen Arbeitsstress kurz vor Urlaubsbeginn überleben. Ein Geschäftstermin ging ein paar Minuten länger und wie Ihr Euch vorstellen könnt, kam als Hundemutti sofort das schlechte Gewissen. Ich versuche meine Termine immer so zu legen, dass Puffer vorhanden ist, aber nicht immer läuft alles nach Plan. Und ich liebe Pläne! Als ich dann nach Hause kam, konnte ich aber durchatmen. Denn wie mehrmals die Woche waren meine Großeltern da und hatten die Hunde in den Garten gelassen. Dass meine Großeltern da sind höre ich, sobald ich aus meinem Auto steige. Denn Opa (im Übrigen 79 Jahre) stellt die Lautstärke beim Fernseher auf 45 und ich höre auf 25 🙂 . Zudem liegt die gebügelte Wäsche auf der Treppe und der Garten ist gemäht (Danke, Danke und nochmal Danke). Auf jeden Fall haben wir uns unterhalten und ich schaute immer öfters zur Uhr, da ich meine Tochter vom Hort abholen wollte. Es ist eine schöne Strecke von 2,2 km zu laufen, teils durch den Wald. Da es aber dann immer später wurde, wollte Opa mich mitnehmen. Opa etwas auszureden ist sinnlos und das Angebot war verlockend. Ich musste die Hunde nicht den Weg entlang scheuchen ABER Bisco und Ela sitzen dann mit mir ungesichert auf der Hinterbank. Kurz und gut, ich ließ uns mitnehmen für die kurze Strecke. Wohl war mir dabei nicht zumute. 

Im Hort wollte spontan eine Freundin mit zu uns und war auch bereit einen Umweg zu einem Fachmarkt für Heimtierbedarf zu laufen. Bereit ist eigentlich das falsche Wort, denn die Kinder lieben Bisco und Ela, sind glücklich die Leine halten zu dürfen und durchlöchern mich oft mit Fragen. Auf dem Parkplatz des Fachmarkt stand ein Polizeiauto und wir freuten uns schon auf einen Polizeihund. Statt dessen kam uns am Eingang eine Hundebesitzerin mit 2 Polizisten entgegen und ließ ihren Hund beim Vorbeilaufen an der Leine zu unseren Hunden. Ich halte nicht viel von Hundekontakt an der Leine (jedenfalls von Fremden) und obwohl ich zügig weiterging, ging der fremde Hund -wie ich es geahnt hatte- bellend auf Bisco und Ela los.  Es waren nur wenige Sekunden und die Dame ging mit den Polizisten heraus. Ich hörten nur ein “und muss ich ihn sofort anschnallen?”. Offensichtlich wurde die Hundebesitzerin beim Auto fahren angehalten und ihr Hund war nicht gesichert. 

Wie viele von Euch wissen, dass ein Hund nach dem Gesetz als Ladung gilt und beim Auto fahren gesichert werden muss? Bestimmt so gut wie alle, aber warum machen es nicht alle? Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich Bisco zur Anfangszeit nicht gesichert im Auto mitgenommen hatte. Schande über mein Haupt! Ich habe mich dann zu dem damaligen Zeitpunkt mit der Gesetzesgrundlage und den Möglichkeiten für einen sicheren Transport auseinandergesetzt.

Gesetzesgrundlage ist § 22 i.V.m § 23 Straßenverkehrs-Ordnung. Hier heißt es:

§ 22 (1) Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.
Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__22.html

§ 23 (1) Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden.2Wer ein Fahrzeug führt, hat zudem dafür zu sorgen, dass das Fahrzeug, der Zug, das Gespann sowie die Ladung und die Besetzung vorschriftsmäßig sind und dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch die Ladung oder die Besetzung nicht leidet.(..).
Quelle: https://dejure.org/gesetze/StVO/23.html

Nach dem Bußgeldkatalog kann mit einem Bußgeld zwischen 30,00 € bis 75,00 € und ggf. einem Punkt in Flensburg gerechnet werden.
Quelle: http://www.bussgeld-info.de/bussgeldkatalog-tiere-im-auto/

Nachdem das Rechtliche nun klar war, ging es um die Frage wie ich Bisco und den zukünftigen Zweithund im Auto sichere. Ich fahre nur ein kleines Auto mit drei Türen und benötige den Kofferraum auch für meine Einkäufe, die vielen Ranzen meiner Nachbarskinder wenn sie zum Schwimmen gefahren werden müssen, das Einrad und Laufrad meiner Tochter usw..

Eine Beratung erfolgte in zwei Fachmärkten für Heimtierbedarf. Hier die Auflistung der verschiedenen Möglichkeiten für einen sicheren Transport und warum ich mich dafür oder dagegen entschieden habe:

1. Sicherheitsgeschirr
Gibt es aus Nylon, bietet gute Polsterungen im Brustbereich, kann oft als Geschirr weiter verwendet werden und ist einfach mit dem Sicherheitsgurt zu verbinden. Tolle Möglichkeit, aber bei zukünftigen 2 Hunden und einem dreitürigen Auto müsste ich immer auf die Hinterbank kriechen.

2. Trenngitter 
Auch eine gute Möglichkeit. Vor allem unter dem Aspekt, dass die Montage ohne Werkzeug erfolgt. Kein Bohren, sondern Befestigung mit entsprechenden Spezialklammern. Wird zwischen Kofferraum und Rücksitz angebracht. Die Trenngitter sind i.d.R. verstellbar in Höhe und Breite und Universal für jedes Auto. Wer Bammel vor Dreck im Kofferraum hat, kann eine Kofferraumschutzdecke dazu kaufen. 
Ich entschied mich gegen das Trenngitter, da Bisco beim Probefahren im Kofferraum immer sehr unruhig war. 

3. Hundeautositz  Doggy Safe
Von diesem Hundeautositz wurde mir nur erzählt, da er nicht im Fachmarkt zu kaufen ist. Der Sitz ist wie eine Art Koffer und mit einer Schaumstoffmatte ausgefüllt. Er kann durch den vorhandenen Griff leicht transportiert werden. Der Hund wird mit einem zugehörigen Sicherheitsgurt angeschnallt und der Hundeautositz wird mit dem normalen Gurt oder mit der Isofixhalterung (wie beim Maxi Cosi vom Kind) befestigt. Der Sitz wurde im Übrigen auch crashgetestet laut ADAC. Den Sitz gibt es laut dem Anbieter bis 9 kg. Da beide Hunde auf dem Rücksitz befestigt werden müssten, hatte ich mich nicht näher damit befasst.

3. Transportbox- bzw. käfig
Einen Käfig schloss ich direkt aus, da er für mich zu unflexibel war. Ich muss die Box/Käfig immer mal wieder leicht aus dem Kofferraum nehmen können. Als ich unschlüssig war, rief ich meine Hundetrainerin an. Sie riet mir zu einer Box , die groß genug war, dass sich mein Hund bzw. Hunde hinstellen, drehen und bequem hinlegen kann/können. In einem Fachgeschäft durfte ich verschiedene Boxen ausprobieren. Mir gefiel eine Box, die quadratisch und praktisch  aussah. Sie war leicht Auf- und Abzubauen, hatte große Belüftungsfenster und verschiedene Reißverschlüsse . Begeistert ließ ich die Box in meinem Kofferraum und wollte bezahlen. Ich hatte aber nicht versucht den Kofferraum zu schließen, wie mich die Verkäuferin lachend darauf hinwies. Der Kofferraum ging wg. der Schräge nicht zu… Oh man…

In einem anderen Fachgeschäft fand ich dann die TRIXIE Transportbox Journey. Sie passt mit ihren abgeschrägten Seiten perfekt in meinen Kofferraum, besteht aus Kunststoff und ist leicht herausnehmbar. Die Metalltür ist nach oben hin aufklappbar und es sind Belüftungsschlitze vorhanden. Ich habe noch eine Unterlage für die Box gekauft und bin sehr zufrieden. Beide Hunde haben genügend Platz und sind entspannt bei den Autofahren. Ich kann bei Bedarf die Box ohne Hilfe herausnehmen und denn Kofferraum anders nutzen. Wenn ich bspw. vor dem Hort warten muss, kann ich den Kofferraum offen lassen und die Hunde können in der Box warten. 

 

Ich bin froh die richtige Entscheidung getroffen zu haben und meine Hunde -genauso wie mein Kind- gesichert im Auto zu kutschieren. 

 

 

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