Hunderesort Elmi in Langenselbold

In unregelmäßigen Abständen benötigen wir eine Hundepension. Sei es, dass ein Notfall besteht, wir in bestimmen Ländern Urlaub ohne Hund oder einen Tagesausflug in einen Freizeitpark planen. Wir sind daher froh, dass wir eine Hundepension im Umkreis gefunden haben, wo wir Bisco & Ela mit einem sehr guten Gefühl hingeben können.

Herr Elmi vom Hundresort Elmi war so nett und hatte sich die Zeit für ein Interview genommen. Aus einem angedachten kurzen Interview hat sich ein angeregtes längeres Interview ergeben, Fragen haben sich vermischt und neue sind entstanden (obwohl ich mir vorher alle Fragen überlegt und aufgeschrieben hatte). Viel Spaß beim Lesen 😀.  

Herr Elmi, seit über 30 Jahren sind Sie Hundetrainer. Was hat Sie mit Ihrer Familie bewogen, das Hunderesort Elmi zu eröffnen?

Uns haben die nach 30 Jahren Hundeschulenpraxis immer häufiger gestellten Anfragen ob wir Hunde aufnehmen können dazu bewogen. In unserem ehemaligen Domizil in Bad Orb konnten wir dies nur begrenzt und trotzdem häuften sich die Anfragen. So ist es entstanden, dass wir nach Objekten suchten, wo wir unsere Philosophie ermöglichen konnten.

Nämlich getrennte Plätze für unterschiedliche Größen und Hundekategorien anbieten zu können. Ein weiterer Beweggrund war, dass wir über die Hundeschule feststellten – nach Erfahrungsberichten von Kunden, die ihre Hunde bereits anderweitig untergebracht hatten- diese leider oft die Erfahrung gemacht haben, dass eben nicht nach Größen und Hundekategorien getrennt wurde und Hunde übereinander hergefallen sind.

Das Geschäft der Hundepension mit einem guten Standort verbunden verführt unmäßig zu sein, d.h. beliebig viele Hunde aufzunehmen. Dazu nicht genügend Platz zu Verfügung zu stellen und dann kommt es eben dazu, dass große Gruppen entstehen und diese nicht mehr händelbar sind. Das wollten wir besser machen und suchten fünf Jahre nach einem geeigneten Standort.

Wir hatten hier und da auch bereits einen Fuß drin und dann kamen uns die Behörden entgegen und genehmigten diese Art der Geschäfte nicht im Außenbereich. Mit der Riedmühle in Langenselbold hatten wir Erfolg.

Wir sind jetzt fast ein Jahr im Geschäft -Eröffnung September 2016- und ohne viel Werbung gemacht zu haben, haben wir bereits eine gute Auslastung, das bringt viel Arbeit mit sich. In der Theorie war alles geplant und in der Praxis sieht dann alles doch etwas anders aus. So viele Hunde zu händeln ist eine Verantwortung und mit Stolz kann ich sagen, dass dies ohne Beißereien und böse Vorkommnisse geklappt hat.

Dazu kamen auch Weisheiten unsere Idee zu optimieren. Wir haben Ausläufe für kleine und große Rassen und Hallen.

Hier bspw. Halle und Auslauf für die kleinen Rassen.      

Die Gruppenhaltung war im Vorsatz so geplant, doch nun haben wir auch häufig Anfragen von Besitzern mit läufigen Hündinnen [ Einschub von Sarah: wir bei unserer letzten Anfrage ] und unverträglichen Hunden. Oder auch von unkastrierten Rüden, die zwar im Alltag lieb sind aber trotzdem nicht für die Gruppe geeignet sind. Und so sind wir dazu übergegangen, begrenzte Einzelplätze anzubieten. Auch um Kunden zufrieden zu stellen, die wir bereits lange Jahre über die Hundeschule kannten und ihnen die Tür nicht vor die Nase zuschlagen wollten.

Wie ist das Hunderesort aufgeteilt?

Die zum Auslauf gefasste Fläche umfasst 3000 qm, insgesamt haben wir 5 ha. Es gibt das Hauptgebäude wo wir als Familie leben, zwei Hallen die voneinander getrennt gehalten sind. Wobei auch kombinierbar wenn wir es wollen, was bis jetzt nicht vorkam. Insgesamt sind es drei beheizte Hallen mit überdachten Ausläufen, neun Ausläufe, Einzelplätze und ein großer Schwimmteich im Außenbereich.

Die Ausläufe sind jeweils für maximal zehn Hunde ausgerichtet, wobei i.d.R. nur 6-7 Hunde zusammen sind. Wir unterteilen in Größen, die kleinen Rassen sind in jedem Fall separiert. Bei den großen Rassen kommt es darauf an, wie verträglich sie sind. Da wir ein Auge darauf halten welcher Hund hier überhaupt Quartier beziehen darf, geht es nur mit einem Probetag. Wir sind bei den mittleren und großen Rassen entspannter geworden. Da passt auch die mittlere Rasse zur großen Rasse bei Verträglichkeit.

      

Und da die Gruppengröße maximal zehn Hunde beinhaltet, bleibt es auch überschaubar. Mobbereien oder Müdigkeit bei Hunden fallen uns sofort auf und diese Hunde werden sofort separiert und ggf. anschließend wieder zur Gruppe dazu geführt.

Wie viele Einzelplätze bieten Sie an?

Wir haben momentan vier Einzelplätze, die allerdings so groß gehalten sind, dass pro Einheit drei Hunde bei Verträglichkeit zusammen gehalten werden können.

D.h., dass man beispielsweise eine läufige Hündin mit zwei weiteren Hündinnen oder auch einen unkastrierte Jungrüden zu einer kastrierten Hündin die ggf. sogar noch erzieht, zusammen setzen kann.

Bei uns gab es keinen Probetag. Wir kamen um das Resort anzuschauen und uns vorzustellen. Bisco & Ela hatten dann unter Aufsicht Ihrer Frau Kontakt zu Ihren beiden kleinen Hunden in der einen Halle und das lief offensichtlich problemlos.

Ja, das kann man vereinzelt machen.  Also wenn es tatsächlich so ist, dass der Hund sich auf die Atmosphäre einlässt, anfängt zu schnuppern und seinem Besitzer von weitem zuwinkt “ich bleibe jetzt mal hier”. Das kann man auf Grund der Aufgeschlossenheit sehen. Wenn keine Agressionen von der Gruppe auf die rangeführten Hunde  bzw. die rangeführten Hunde keine Agressionen aufweisen, dann kann man das schon mal tun im Einzelfall. Generell muss man sagen, geht es eigentlich nicht ohne Probetag.

Es gibt die Möglichkeit, seinen Hund als Tages- oder Pensionsgast bei Ihnen unterzubringen. Was kann ein Hundebesitzer bei der Unterbringung alles erwarten?

Die Geschäftsidee ist der Pensions- und der Tageshund. Der Tageshund ist der, der morgens gebracht und mittags/abends abgeholt wird. Meist von Berufstätigen. Oder es gib auch Besitzer die zur Sozialisation die Anlage gut finden, ihren Hund einmal die Woche zum Spielen bringen und dieser somit auch den Bezug zur Gruppe nicht verliert.

Ein wichtiger Aspekt den ich seitdem die Hundepension zur Verfügung steht gewonnen habe ist folgender: in der Hundeschule hatten wir nur die Laufgruppen wo die Besitzer dabei waren und die Hunde waren mehr Mensch geprägt.  

Auf Grund unserer Art der Kommunikation -das viele gestikulieren mit den Händen, die vielen Worte die wir auf unsere Hunde richten- lässt Hunde allzu oft nervös werden. Vielmehr als die, die sich unter Hunden sozialisieren. Hunde gestikulieren nicht so stark, sie kommunizieren zwar auch über körperliche Ausdrucksweisen, doch weit aus bewegungsarmer.

Und man merkt es ganz deutlich, dass die Hunde die ausschließlich Mensch gewohnt sind, zuerst mit der Kommunikation unter Hunden weniger klar kommen. Sind sie ein paar Mal dagewesen und haben sich in der Gruppe integriert, beruhigen sie sich im Wesentlichen.

Wir waren vor kurzem eine Woche an der Ostsee und unsere neun monatige alte Ela wollte vor dem Urlaub an der Leine zu jedem Hund hingehen. Ich versuche sie immer durch Leckerlies oder Spielzeug auf mich zu konzentrieren was ich auch bei Bisco in diesem Alter sehr anstrengend empfand. Die Ostsee war perfekt zu üben. Denn auf zehn Meter kamen uns mindestens drei Hunde entgegen.  Und dass uns in kurzer Zeit immer wieder Hunde entgegen kamen, war für Ela zur Normalität geworden und sie konnte sich besser auf mich konzentrieren. Und nach dem Urlaub ging es so weiter. Bekommen Sie solche Rückmeldungen von den Hundebesitzern wenn sie ihre Hunde abholen?

Ja, so stellen wir es auch über die Kommunikation zu den Haltern fest. Von daher ist es ein sehr positiver Aspekt. Zu der Tagesstätte: es gibt Hundebesitzer die beruflich darauf angewiesen sind und es gibt auch ganz schlimme Fälle die wir aktuell haben. Deren Besitzer ernsthaft erkrankt sind und wahrscheinlich nie wieder auf die Beine kommen. Bevor die Hunde dann dauerhaft ein neues Heim finden, sind sie bei uns zur Not untergestellt.

Bezüglich der Leistungen könnten u.a. Spaziergänge dazu gebucht werden. Wobei ich das nicht unbedingt empfehle, da die Hunde hier sehr beschäftigt sind und tagsüber in den Ausläufen umgeschichtet werden. Tagsüber werden die Hunde von uns und den Angestellten betreut bzw. unter Aufsicht nehmen unsere Kinder daran teil.

                                         

Gibt es auch Hundebesitzer die ihre Welpen nach einer Eingewöhnungszeit zu Hause oder auch Junghunde bei Ihnen unterbringen, wo Sie ggf. anregen, dass eine niedrigschwellige Unterbringung besser für den Bindungsaufbau wäre.

Wenn ich es richtig verstanden habe: Wir haben einige Welpen ab der 8. Woche bereits in der Tagesbetreuung. Wir achten dabei darauf, dass die Bindung zu den eigentlichen Besitzern keinen Schaden nimmt. Dies geschieht u.a. durch fachliche Anleitung der Besitzer, wie der Umgang und die Haltung in solchen Fällen gestaltet werden soll. Was mich immer freut ist, wenn die Hunde morgens mit ziehender Leine in den Hof geführt und genauso freudig aber auch mit ihren Besitzern unser Resort verlassen.

Lehnen Sie Buchungsanfragen auch ab?

Ja, fast jede Woche. Bspw. lehnen wir sehr aggressive Hunde ab. Auch prüfen wir bei den Kennenlernterminen (erste Kontaktaufnahmen) die Einstellung der jeweiligen Besitzer zu ihrem Hund und deckt diese sich nicht mit unserer Philosophie, dann lehnen wir die Betreuung ab. 

Diese große Aufgabe können Sie mit Ihrer Familie nicht alleine stemmen und ich habe mehrere Angestellte kennengelernt. Welche Voraussetzungen müssen diese mitbringen?

Unsere Angestellten müssen eine Ausbildung zum Tierpfleger in Richtung Tierheim- und Pensiontierpflege absolviert haben.

Waren Sie seit der Eröffnung der Hundepension überhaupt im Urlaub mit ihrer Familie?

Nein, im Jahr 2016 und 2017 war das nicht möglich. Aktuell arbeiten wir daran, dass unsere Angestellten zeitweise die Arbeit auf dem Resort alleine bewältigen und wir immer rufbereit sind. So, dass ein Urlaub für 2018 eingeplant werden kann.

Wie lautet ihr Resumee nach knapp einem Jahr Hundetagesstätte bzw. -Pension?

Wir sind mit dem vorläufigen Ergebnis sehr zufrieden. Natürlich hat der Alltag gezeigt, dass hier und da Verbesserungen notwendig sind, an denen wir gerade arbeiten, damit die uns anvertrauten Tiere sich noch wohler fühlen können und uns unsere Arbeit noch leichter von der Hand geht.

Ich bedanke mich recht herzlich bei Ihnen für Ihre Zeit und dieses sehr ausführliche und nette Interview.


Die im Beitrag enthaltenen Bilder wurden vom Hunderesort Elmi zur Verfügung gestellt.

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