Rasseportrait: Border Collie

Name der Rasse

Border Collie

Herkunftsland

Grenzgebiet zwischen Schottland und England

Durchschnittliches Alter

Zwischen 12 und 15 Jahren.

Durchschnittliche Größe- und Gewicht

Der Rassestandard sieht eine Größe von bis zu 53 Zentimetern bei Rüden vor; Hündinnen sollen etwas kleiner sein. Das Gewicht liegt je nach Größe zwischen 14 und 22 Kilo.

Fellfarben 

Die klassische Farbe des Border Collie ist schwarz-weiß. Das hat sich so sehr in die Köpfe der Menschen eingebrannt, dass ich immer wieder gefragt werde, ob Idgie (blue-merle) wirklich reinrassig oder nicht etwa ein Australien Shepherd sei. Dabei sind beim Border Collie zahlreiche Farbvarianten bekannt, neben black-merle gibt es sie in chocolate-merle, slate-merle, lilac-merle, lilac, seal, chocolate, red, slate, sable. Hunde ohne weiße Abzeichen sind sehr selten – weiße Halskrausen, Beine und Schwanzspitzen sind die Regel. Haarkleid: Border Collies gibt es mit mäßig langem Fell und kurzhaarig

Beschreibung des Wesen

Der Border Collie steht geradezu als Synonym für „Hütehund“ oder auch „Koppelgebrauchshund“. Für diese Aufgabe wird er seit Generationen gezüchtet und das Hüten und der „Sheep Sense“ liegen ihm im Blut. Gleichwohl sind wegen ihrer Schnelligkeit, ihrer Intelligenz und ihres „will to please“ viele Border Collies im Sport zu finden. Doch Vorsicht: Genau wegen ihres Arbeitswillens, ihrer Intelligenz und Sensibilität entwickeln viele Border Collies auch Verhaltensauffälligkeiten, sei es aus Unter- oder Überforderung. Auf keinen Fall darf man dem Irrglauben anhängen, der Border bräuchte 24/7 Beschäftigung und Auslastung, denn das kann schnell zu einem gestressten Hund führen. Das Wichtigste, das der Border Collie im ersten Lebensjahr lernen muss, ist Ruhe, Entspannung und Impulskontrolle.

Wer sich näher mit dem Wesen des Border Collies beschäftigen möchte, dem sei dieser Artikel hier ans Herz gelegt: https://www.planethund.com/hundewissen/border-collie-problemhund.html

Um nicht missverstanden zu werden: Der Border Collie ist nicht per se ein Problemhund! Viele (die meisten!) Border Collie sind wunderbare Familienhunde und unkomplizierte Begleiter in Freizeit und beim Sport, und ich werde nie wieder eine andere Rasse an meiner Seite haben wollen. Nur sollten sich künftige Interessenten schon im Vorfeld darüber im Klaren sein, welche Bedürfnisse diese Rasse hat, denn „Border Collie in Not“ gibt es leider schon genug.

Pflege des Hund 

Border Collies sind pflegeleicht. Hier wird ab und an gebürstet und täglich in Zeiten des Fellwechsels die Unterwolle entfernt. Ich dusche oder bade meine beiden Hunde nur dann, wenn sie sich in übelriechendem Kot oder totem Tier gewälzt haben. Normaler Dreck oder Sand lässt sich prima aus dem Fell bürsten, wenn dieses trocken ist. Border Collies aus Showlinien haben mehr Fell und entsprechend aufwendiger fällt die Fellpflege aus. Ansonsten fallen die üblichen Pflegemaßnahmen für Pfoten, Krallen, Zähne, Augen und Ohren an.

Beschreibung des eigenen Hundes

Idgie stammt aus einer VdH-Zucht[1] und ich habe sie als Welpen bekommen. Idgie ist mein Schatten, mein Spiegelbild und mein Seelenhund. Sie ist ruhig und ausgeglichen in Haus und Garten, aber innerhalb von Zehntelsekunden zu zweihundert Prozent bei Vollgas, wenn es sein muss. Damit sie lernt, ruhig und konzentriert zu arbeiten, haben wir uns hauptsächlich auf Nasenarbeit (Mantrailing und Objektsuche) fokussiert, wobei sie auch gerne herausgefordert werden will, weil sie sonst den allwissenden Border Collie raushängt (und dadurch Fehler macht). Idgie braucht Konsequenz und ab und an auch mal eine deutliche Ansprache.

Ben habe ich vor circa einem Jahr von einer französischen Tierschutzorganisation übernommen. Er stammt aus belgischen isds-Linien[2] und ist in vielerlei Hinsicht das Gegenteil von Idgie, nicht nur optisch mit seinem kurzen Fell und Stehohren. Er ist leichtführig und sehr leicht zu beeindrucken. Obwohl er über jede Menge Trieb verfügt, hat er bei seinen Vorbesitzern das Hüten nicht gelernt (der Grund für die Abgabe). Ben ist der anhänglichste und verschmusteste Hund, den ich mir vorstellen kann. Er ist superlieb zu allen Menschen und sehr sensibel im Umgang mit Kindern. Zusammen ergänzen sich beide Hunde wunderbar, auch wenn zwei Border sich gegenseitig jede Menge Quatsch beibringen :-).

Anmerkungen:
[1]= VdH, Verband für das Deutsche Hundewesen, der für Border Collies zuständige Verein ist der Club für Britische Hütehunde, kurz CfBrH, in dem sowohl Border Collies in Arbeitslinien, als auch Show- oder Mischlinien gezüchtet werden.

[2]=isds= International Sheepdog Society, die Mutter aller Border Collie Zuchtvereine. Bei der isds zählt vorrangig die Qualität des Hundes bei der Arbeit am Schaf im Mittelpunkt; entsprechend wird das Zuchtziel des Border Collies definiert. In Deutschland hat sich die Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland e.V. der isds angeschlossen.

Autor

Barbara Homolka mit Idgie und Ben von chiennormandie

Idgie im Februar 2013 als Welpe
Idgie als ausgewachsene Hündin Aufnahme vom Mai 2017
Ben im Mai 2017
Wenn Dir dieser Beitag gefällt, kannst du ihn gerne teilen: