Rezension: Herzensräuber

Manchmal gibt es Bücher, die einen im Buchladen anlachen. So geht es mir jedenfalls und auf diesem Weg habe ich den Herzensräuber in unserem Urlaub an der Ostsee in einem schnuckeligen Buchladen gefunden. Ich freue mich Euch dieses Buch vorzustellen, was mir noch mehr Lachfalten verschafft, aber auch Tränchen entlockt hat.

Herzensräuber

Herzensräuber wurde von der Autorin Beate Rygiert geschrieben und erschien im Blanvalet Taschenbuch Verlag am 17.07.2017. Herzensräuber ist der erste Roman der Autorin bei Blanvalet.

In Herzensräuber * geht es um den gutmütigen Tobias, der ein Buchantiquariat führt, welches aber nicht gut läuft. Das gleiche gilt auch für sein Liebesleben. Im Urlaub begegnet er dem spanischen Straßenhund, den er Zola nennt und gibt ihm ein neues Zuhause. Im neuen Zuhause stellt sich dann heraus, dass Zola die Gabe hat, für jeden Menschen die richtigen Bücher zu finden – denn in jedem “Herzensräuber” erschnuppert er die Gefühle, die die bisherigen Leser darin hinterlassen haben. Zola bringt das Geschäft und das Liebesleben von Tobias wieder auf Vordermann.

Die Geschichte findet zu Beginn in Spanien und dann in Heidelberg statt. Diese Erzählungen aus der Perspektive von Zola hat mich kurz überrascht. Das ist das erste Mal, dass ich ein Buch aus Sicht eines Hundes lese und es hat mich überraschend sehr berührt.

Die Geschichte beginnt damit, wie Zola ohne Herrchen in Spanien lebt. Um dann Tobias am Strand zu begegnen.

Ich bin der, den du an deiner Seite brauchst, denke ich und gehe weiter langsam auf ihn zu. Mein Schwanz wedelt heftig. Mein Herz schlägt schneller. Dieser Mensch riecht so unverhofft wunderbar, nach Freundschaft, nach einem Zuhause.

Weiter in dem Roman geht es um die Entwicklung der Liebe zwischen Zola und Tobias, um den Beschützerinstinkt, der so tief verwurzelt in Zola steckt. Zudem auch um die glückliche Fügung des Schicksals und um das Miteinander, unbekannterweise. Die besondere Gabe, die Zola besitzt um die richtigen Herzensräuber für jeden Käufer in der aktuellen Situation zu finden, bringt einen ins Staunen.

Auwei denke ich, jetzt darf nichts schiefgehen. Ich überwinde meine Abneigung und schnüffle an den Schuhen und den Hosenbeinen von Tommis Vater herum. Ich hebe den Kopf, schließe die Augen und lasse mich ganz auf seinen Geruch ein. Er riecht nach einer Frau, und die hat mit Tommi nichts zu tun. Er riecht nach teurem Leder und echter Schafwolle, nach Sorgen und Unruhe, nach Macht und Verantwortung. Doch darunter ist noch viel mehr. Ich rieche beiseitegeschobene Träume von einem ganz anderen Leben, von Ruhe und Frieden und der Suche nach wirklich wichtigen Dingen. Nach Spiel und Spaß und… ja, ich erfasse auf einmal heißen Asphalt und grüne Wiesen, den Wunsch, im Galopp immer weiter zu rennen, ohne anzuhalten, und dann weiß ich auch, welchen Herzensräuber er braucht, um wieder der zu werden, der er einmal war.

Im weiteren Verlauf der Geschichte wird die Hundeperspektive mit der harten Realität von Tobias und seinem Umfeld konfrontiert wie bspw. Mobbing an Schulen, hinterhältigen Personen, demütigenden Ämterbesuchen und häusliche Gewalt. Auch wenn ich zwischendurch wirklich Tränchen verdrückt hatte, war ich guter Hoffnung, dass die Geschichte eine gute Wendung nimmt. Was auch so ist.

Das Buchcover ist fröhlich und einladend gehalten. Der Roman ist einfach und verständlich geschrieben, was sich mit dem Buchcover deckt und Zola als Hauptfigur widerspiegelt. Ich musste mich zwar etwas rein lesen um mich auf die Hundeperspektive einzulassen, wollte aber dann nicht mehr aufhören. Die Autorin hat es geschafft, ohne viel Brimborium einen humorvollen Roman aus Hundeperspektive zu schreiben. Auch die anderen Romanfiguren kommen nicht zu kurz und man kann sie sich bildlich vorstellen. Genauso wie die vielen verschiedene Situationen, die einem den Schreck in die Glieder fahren lassen.

Im Fazit kann ich sagen, dass ich diese wundervolle und warmherzige Buch jedem -vor allem Hundefreunden- ans Herz legen möchte. Was für eine schöne Vorstellung, wenn meine Hunde so denken und handeln würden wir Zola!

Hat einer von Euch das Buch gelesen und ist genauso begeistert?

 

*Affiliate Link

Wenn Dir dieser Beitag gefällt, kannst du ihn gerne teilen:

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.