Der Eintritt ins Leben – Geburtsbericht A-Wurf 31.07.2019

16 Tage ist das Quintett bereits. Wahnsinn! Jeder Tag vergeht so schnell und täglich sehen die Welpen anders aus und entwickeln sich rasant weiter. Sie werden größer, die Fellfarbe wird heller oder dunkler, der Charakter entwickelt sich und seit gestern haben alle die Augen geöffnet.

Vor der Geburt habe ich neben den Seminaren und Gesprächen mit der Züchterin vom Deckrüden auch mehrere YouTube Videos mit Geburten angeschaut und Geburtsberichte bei anderen Züchtern gelesen. Ich fand vor allem die Videos und Berichte so hilfreich, da sie einem das Gefühl gegeben haben, dass es sich nicht wie die erste Geburt angefühlt hat.

Von daher erzähle ich Euch von meiner und Ela´s ersten Geburt:

Es werden mehrere Anzeichen genannt, die auf eine zeitnahe Geburt hinweisen. Ich war auf den Temperaturabfall von mind -1 Grad (also unter 37 Grad – Normaltemperatur 38 Grad) fixiert.

Ela hatte in meinen Augen eine schöne Trächtigkeit. Sie musste nicht brechen und hatte immer einen guten Hunger und wenn ich mit der Ernährungsberaterin Kirsten von Bosis Hundewelt kein Auge darauf gehalten hätten, wäre Ela mehr als kugelrund gewesen. So lag sie knapp über den 25 %, die zugenommen werden sollen. Denn eine überkugelrunde Ela hätte voraussichtlich Schwierigkeiten bei der Geburt gehabt.

Handyschnappschuss: Ela eine Woche vor der Geburt.

Während der Trächtigkeit waren alle Hundebegegnungen anders als vorher. Die anderen Hunde waren sofort respektvoll und hielten Abstand. Bspw. haben wir an einem Mopstreffen teilgenommen und waren über eine Stunde spazieren. Alle mind. 10 Möpschen sind frei gelaufen und kein einziger ist an Ela herangetreten. Sie trottete immer in meinem Windschatten und war zufrieden. Und ich schweife schon wieder ab 🙈….

Die Trächtigkeit einer Hündin dauert ca. 63 Tage (+/- 4 Tage). Ich hatte ab dem 61. Tag Urlaub genommen. An dem 61. Tag, es war ein Montag, fiel die Temperatur von Ela morgens auf 36,77 Grad. Gemessen haben wir immer 3 x täglich. Im Laufe des Tages stieg die Temperatur wieder. Ok dachte ich mir, laut Statistik erfolgt die Geburt innerhalb von 36 Stunden. Diese Phase nennt man Eröffnungsphase.

An Tag 61 bis 63 morgens veränderte sich Ela in Bezug auf ihren Appetit und man merkte ihr an, dass sie Vorwehen hatte. Es ist wirklich unglaublich, dass es wie bei uns Menschen ist. Der Muttermund muss sich öffnen und das entsteht eben durch die Vorwehen. An Tag 63 tat mir Ela leid, weil ich merkte, wie sie sich doch dann verständlicherweise quälte.

Da mein Mann mit Kind im Urlaub war, wollte mir mein beste Freundin Milli bei der Geburt helfen. Aber auch nur wenn Ela es zulässt. Denn es hätte auch sein können, dass Ela die Geburt dadurch zurückhält. Ich hatte eigentlich geplant alleine zu sein. Alles war vorbereitet und griffbereit, die Tierklinik wusste Bescheid und das Auto war vollgetankt. Letztendlich bin ich sehr dankbar, dass Milli dabei war und sie hat eine ausgezeichnete “Hebamme” abgegeben. Und seit der Geburt mag sie jetzt auch Hunde 😅.

An Tag 63 (Mittwoch) um 20:30h rief ich Jutta (die Züchterin vom Deckrüden an). Jutta ist 2. Vorsitzende in unserem Verein und ist mein Beistand rund um das Thema Geburt. Ich war zu diesem Zeitpunkt das erste Mal unruhig, da die 36 Stunden (lt. Statistik) Eröffnungsphase rum waren. Ela benahm sich den Umständen entsprechend normal, wollte nur nicht essen und die Hüftknochen ragten immer mehr hervor da der Bauch sich senkte. Während ich mit Jutta sprach, kam Milli zur Haustür herein. Jutta beruhigte mich und meinte, ich müsse mir keine Sorgen nach meinen Erzählungen machen. Bei einer ihrer Geburten fiel die Temperatur ebenfalls an Tag 61 und erst am Abend von Tag 63 kamen die Welpen auf die Welt. Sie hatte damals mit ihrer Tierärztin gesprochen, die den Rat gab erstmal einen Sekt mit der helfenden Freundin zu trinken, die Nacht wird noch lange genug. Just in dem Moment kam Milli mit einer Falsche Hugo und Pralinen, perfekt 😉.

Wir machten es uns auf dem Bett im Welpenzimmer gemütlich und es war eine besondere Stimmung. Ela fing abends auch mit dem Nestbautrieb an und biss immer mal in die Holzkante von der Wurfbox! Legte sich wieder hin, hechelte wie verrückt. Schlief kurz und wieder alles von vorne. Nach Mitternacht schlief Ela ein und war komplett ruhig. Bisco war zu dem Zeitpunkt noch mit im Zimmer und da er schnarcht (er kommt nicht aus der Zucht) konnte Milli nicht schlafen und fuhr nach Hause. Sie schrieb mir noch 2 mal, dass sie mit Kleidung ins Bett geht und wenn ich möchte, soll ich sie sofort anrufen wenn es bei Ela los geht. Ela trug vorsorglich ein Halsband, da es gut sein konnte, dass sie als Erstgebärende beim Rauspressen der Welpen raushüpft.

Das Babygitter zum Flur schlossen wir vorsichtshalber und ich fiel 3 Stunden in einen unruhigen Schlaf. Beim 3. Mal aufwachen sah ich Ela vor dem Babygitter sitzen mit einem komischen Blick und war froh, dass das Gitter zu war! Denn am Abend davor tigerte sie im Haus herum und suchte sich ein Nest zum Werfen. Der Katzenkorb iit Höhle im Dachgeschoss (einer ihrer Lieblingsplätze – da passt auch nur sie rein) war nicht so ideal, da ich sie aus dem Loch hätte zerren müssen. Und wer weiß wo die Welpen im Haus auf die Welt gekommen wären…

Das war gegen 05:30 h und während ich Ela in die Wurfbox delegierte (die sie von Anfang an toll angenommen hatte) sah ich seitlich an Ela die Presswehen und staunte nicht schlecht. Ich hatte gedacht, sie viel stärker sehen zu können. Ich rief 2 x bei Milli und sagte nur kurz angebunden :” Wenn du dabei sein möchtest, dann komm schnell. Ela presst”. Ich rannte ins EG und legte den Haustürschlüssel unter die Matte. Innerhalb von 3 Minuten war Milli mit ihrem Roller im Kleid und Flip Flops bei uns. Aber bevor sie da war, war ich alleine mit Ela in diesem ersten unglaublichen Moment.

Nach meinem Anruf sah ich die nächste und nächste Presswehe und wie der erste Welpe um 05:49 h geboren wurde. Selbstverständlich waren meine Hände desinfiziert und die Wurfbox war mit Betteinlagen ausgelegt. Die Erstgeborene kam mit aufgeplatzter Fruchhülle und ohne Fruchtwasser in Nase oder Maul auf die Welt. Nach dem sie komplett da war, reagierte Ela instinktiv. Und hat mein Herz so sehr berührt.  Auch die Nabelschnur kaute Ela immer durch. Nur bei einem Welpen war sie gerissen. In dem Video erklärte ich Milli was ich wusste und zusammen haben wir den Rest Nabelschnur mit Nabelklemme und Bindfaden abgebunden und den Welpen danach wieder zu Ela gelegt.

Wenn ich Geburtsvideos angesehen hatte, kam ich mit dieser Gelassenheit der Züchter nicht zurecht. Die mit aller Seelenruhe einen Welpen der sich nicht rührte mit dem Handtuch trocken rieben (aber nicht wie einen Wischmob) und alles der Hündin überließen. Und jetzt nach diesem Erlebnis kann ich sagen, dass ich mich genauso verhalten habe. Denn ich wusste, der Welpe lebt und Ela hat super reagiert. Aber seht selbst in dem Video! 

Ich könnte heulen wenn ich das Video anschaue! es war so ein schöner Moment! Und ich quietsche und quatsche weil ich so voller Emotionen war!

Innerhalb von 2 Stunden hat Ela 5 gesunde Welpen (3 Mädchen und 2 Jungs) geboren. Die Fruchthülle riss ich mit auf (was ziemlich schwer ist), saugte bei 2 Welpen Fruchtwasser aus Nase und Mäulchen (das erkennt man dann an den auftretenden Bläschen und ich benutzte einen kleinen Sauger), wir nabelten ab (mit Nabelklemme und Bindfaden), ich trocknete den Welpen mit einem Handtuch ( leichtes Reiben im Nacken regt den Kreislauf an) und achtete darauf dass im Mäulchen keine Gaumenspalte bestand und alle Pfoten etc da waren und dass die Welpen das wichtige Kolostrum an den Zitzen tranken. Kolostrum ist das Wichtigste, was die Welpen als erstes trinken müssen. Es versorgt die Welpen mit Antikörpern zum Schutz gegen Infektionen. Die Welpen können dieses Schutzschild nur bis zu 48 Stunden nach der Geburt aufnehmen. Vorsorglich hatte ich gekauftes Kolostrum im Kühlschrank gelagert. Im Anschluss erhielt jeder Welpe ein farbiges Bändchen. Ela fraß übrigens alle 5 Plazentas auf! Und bekam keinen Durchfall davon.

Den Cognac im Glas für den Notfall (mit einem Finger reingedippt und dann in das Mäulchen gesteckt) blieb unberührt. Zwischen den Geburten gab ich Ela Wasser mit Dextro Energy gemischt zum trinken.

Immer wenn sich eine weitere Presswehe anzeigte, legten wir die bereits geborenen Welpen in den vorbereiteten Wäschekorb. Bevor ich eingeschlafen war hatte ich ein Snugglesafe erhitzt und unter einem Handtuch in den Wäschekorb gelegt. Nach der Geburt wenn die Wurfbox aufgeräumt war, legten wir wieder alle Welpen zu Ela.

Nach jeder Geburt und dem neuen Einrichten der Wurfbox mit Betteinlagen wusch ich meine Hände und desinfizierte sie. Milli schrieb während und nach der Geburt alles wichtige in einer Tabelle ein. Die Uhrzeit (oh und wie schnell vergisst man zu schauen!), Geschlecht, Gewicht und Besonderheiten.

Mein Fazit: Ich bin froh über meine Vorbereitung und die Unterstützung von Jutta und Milli während der Geburt. Ich bin mehr als dankbar über diese schöne Geburt die wie im Lehrbuch verlaufen ist und dass Ela in den letzten 16 Tagen von Beginn an eine richtig tolle Mutter ist und sich rührend um die Welpen kümmert.

Hier bekommt Ela noch Wasser durch eine Einwegspritze, da sie so besser getrunken hat.

Mit dem Gedanken, dass eine Totgeburt oder Missbildung vorkommen kann, hatte ich mich ebenfalls auseinandergesetzt. Wenn man sich der Hundezucht mit Herz und Verstand auseinandersetzt weiß man, dass man die besten Voraussetzungen für gesunde Welpen schaffen möchte. Man überlegt eine Verpaarung, überprüft die Ahnentafeln usw. Und trotzdem passiert es… Das musste leider eine Züchterkollegin mit einer anderen Rasse vor kurzem miterleben. 

Ich freue mich über die Entwicklung von unserem Quintett! Bis jetzt läuft alles super!

Ich danke an dieser Stelle auch meinen Followern auf Social Media, die mir unglaublich viele und wundervolle Nachrichten schreiben und unsere Storys bei Instagram regelmäßig schauen. Auch der Kontakt zu den Welpeninteressenten ist sehr nett und ich freue mich sie ab der 5. Lebenswoche der Welpen kennen zu lernen.

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